4. Was ist Kegeln, was ist Bowling?

Die gemeinsame Geschichte von Kegeln und Bowlen

sechs gezeichnete Pins mit BowlingballDas Kegeln gilt als eine der ältesten Sportarten überhaupt. So fand man bei Ausgrabungen zum Beispiel ein Kegelspiel für Kinder aus dem antiken Ägypten. Vorformen unseres heutigen Spiels finden sich im frühen Mittelalter. Kegeln wird in Schriftstücken aus dieser Zeit als weit verbreitetes Volksvergnügen bezeichnet. Auch später findet das Kegeln berühmte Anhänger wie Schiller oder Goethe. Zu ihren Lebzeiten durfte das Kegeln auf keinem Jahrmarkt fehlen. Gespielt wurde dabei oft um Geld oder Materielles. Auswanderer und Abenteurer trugen das populäre Spiel schließlich in alle Winkel der Welt, auch in die Vereinigten Staaten. Dort wurde es 1837 verboten, weil beim Kegeln zu oft betrogen wurde. Doch hier zeigt sich der Erfindungsreichtum der Auswanderer, die nicht auf das Spiel verzichten wollten. Kurzerhand fügte man einen Kegel hinzu, spielte jetzt also mit zehn statt mit neun Kegeln, und stellte sie im Dreieck statt im Viereck auf. Zusätzlich nannte man die Kegel von nun an Pins. Das "neue" Spiel wurde fortan als Bowling bezeichnet und verbreitete sich ebenfalls rasch in der Welt. Heute ist es sogar populärer als das ursprüngliche Kegeln, obwohl die Regeln sehr ähnlich sind, und die Tradition des Kegelns schon sehr viel älter ist als die Geschichte des Bowlings.

Unterschiede zwischen Bowlen und Kegeln im Überblick

In den USA wurde das traditionelle Kegeln zu einer neuen Sportart, dem Bowling. Heute unterscheiden sich die zwei Sportarten unter anderem hinsichtlich der Bälle, Bahnen, Pins und Begriffe. Hier sind kurz die Unterschiede aufgelistet:

  • Die Bahnen sind beim Bowlen und Kegeln unterschiedlich lang und breit. Dabei ist die Bowlingbahn 1,04 Meter breit und hat eine Gesamtlänge von 19,16 Metern, während die klassische Kegelbahn sogar 1,50 Meter breit und 19,50 Meter lang ist. Außerdem ist die Bowlingbahn eben, während die Kegelbahn gekehrt ist (das heißt von feinen Rillen durchzogen).
  • Die Bowlingbahn ist geölt, die Kegelbahn nicht.
  • Bowler spielen mit Bällen, die größer und schwerer sind als die Kugeln beim Kegeln. Deswegen ist ein Ball mit drei Löchern zum Halten versehen, die Kugel beim Kegeln ist glatt, hat also keine Löcher zum Halten.
  • Bowler zielen auf zehn Pins, während Kegler versuchen, die neun Kegel zu Fall zu bringen. Dies ist ein weiterer wesentlicher Unterschied.
  • Die Pins beim Bowlen sind als Dreieck aufgestellt, die Kegel hingegen als Viereck, dessen Spitze nach vorne zeigt (Raute).
  • Auch dass die Pins immer frei stehen, hingegen die Kegel meist an Schnüren befestigt sind, ist ein Unterschied.
  • In beiden Sportarten versuchen die Spieler möglichst alle Pins oder Kegel mit einem Wurf zu Fall zu bringen. Beim Bowlen spricht man dann von einem Strike, beim Kegeln von "Alle Neune". Das Bowling hat viele englisch geprägte Begriffe: Bleibt zum Beispiel ein Pin stehen, spricht man nicht mehr von einem Strike, sondern von einem Spare.
  • Bowler tragen im Unterschied zu Keglern spezielle Schuhe, die das Gleiten beim letzten Schritt des Anlaufs unterstützen. Die Anlauftechnik beim Kegeln sieht ein Gleiten nicht vor.

 
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